Warum nicht einfach direkt spenden?

Normalerweise wird direkt an gemeinnützige Projekte gespendet. Der GfdW-Fonds dagegen legt gespendetes Geld an und spendet erst in der Zukunft - dann allerdings einen höheren Betrag.
Aber was ist besser: Direkt zu spenden oder einen größeren Betrag in Zukunft? Um diese Frage zu beantworten, müsste der soziale Mehrwert einer direkten Spende mit dem sozialen Mehrwert von an den GfdW-Fonds gespendeten Geldes verglichen werden.

Der Vergleich dieser sogenannten sozialen Renditen ist allerdings kompliziert. Zwar lässt sich die Euro-Rendite des GfdW-Fonds berechnen, andere Effekte gemeinnützigen Kapitals* sind nicht ohne Weiteres eindeutig messbar. Ebenso verhält es sich mit direkten Spenden, auch hier lassen sich bestimmte Effekte gut messen, andere sind sehr schwerer quantifizierbar.

Schwierigkeiten beim Berechnen und dem Vergleich der Renditen treten z.B. bei folgenden Themenfeldern auf:

  • Zeitraum. Für welchen Zeitraum sollte die Rendite berechnet werden? Wie z.B. sollte potentielles menschliches Leid in 20 Jahren im Verhältnis zum Leid heute lebender Menschen gewichtet werden? Ist eine solche Gewichtung überhaupt möglich und begründbar?
  • Langfristige Effekte. Die Effekte von Spenden an gemeinnützige Organisationen heute, oder über den GfdW Fonds morgen, können nur näherungsweise abgeschätzt werden. Unsere Welt ist zu komplex, um absehen zu können, wie sich gemeinnützige Interventionen langfristig auswirken.
  • Wann ist der beste Zeitpunkt, um zu investieren? Direkte Investments sind immer nur so effektiv wie die aktuell zur Verfügung stehenden gemeinnützigen Projekte. Sind soziale Projekte in 50 Jahren effektiver, weniger effektiv oder genauso effektiv wie heute? Möglicherweise entwickeln wir in Zukunft neue Interventionen, die extreme Armut besser bekämpfen können als heutige Bemühungen. Sollten wir also abwarten?

Es gibt gute Gründe, direkt zu spenden und gute Gründe, gemeinnütziges Kapital aufzubauen, dass seine Wirkung erst in Zukunft entfaltet. Deswegen empfehlen wir beides zu tun.
Unterschiedliche gemeinnützige Projekte können sich darüber hinaus gegenseitig verstärken; so sorgt die Unterstützung von Give Directly durch den GfdW e.V. für mehr Aufmerksamkeit und damit potentiell auch für mehr direkte Spenden an GiveDirectly. Auch kann ein vielfältiges Angebot gemeinnütziger Organisationen Personen zum Spenden motivieren, die ansonsten nicht spenden würden.

* Gemeinnütziges Kapital
(= Kapital, dass ausschließlich im Interesse der Bekämpfung und Abmilderung von extremer Armut, Krankheiten und Naturkatastrophen eingesetzt wird) wirkt insbesondere auf drei Ebenen:

  1. durch kontinuierliche wachsende Spendenbeträge an gemeinnützige Organisationen (mehr dazu hier),
  2. durch die Möglichkeit, den Fokus der Spenden jederzeit zu ändern. (Wenn z.B. Wurmerkrankungen bei Menschen überwunden wurden, kann der GfdW umgehend eine andere Organisation begünstigen.),
  3. als relevanter Interessenvertreter von strukturell benachteiligten Menschen.

Wäre es nicht trotzdem besser heute direkt Gutes zu tun, statt zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft?

Das ist eine zentrale Frage. In anderen Worten heißt das: In welchem Verhältnis steht die soziale Rendite einer Spende heute zu einer größeren Spende morgen? Ohne Zweifel besteht die Möglichkeit, dass eine Spende an unsere Spendenpartner heute einen positiven Effekt erzielt und sich dieser über den Lauf der Zeit noch weiter verstärkt. Wer schon heute durch eine Wurmbehandlung vor den gesundheitlichen Auswirkungen einer Behandlung verschont bleibt, ist im Durchschnitt erfolgreicher in der Schule und kann zukünftig das eigene Leben erfolgreicher gestalten. Demgegenüber steht die Erwartung, dass, bei durchschnittliche Rendite des GfdW Fonds, der finale Spendenbetrag signifikant höher ist. Eine Spende kann also zukünftig eine größere Zahl an Wurmbehandlungen finanzieren.

Grundsätzlich ist die Berechnung der langfristigen Rendite für die Aktivitäten von Organisationen wie derer unserer Partner schwierig. Die Quantifizierung der (langfristigen) Auswirkungen der Deworm-Maßnahmen und der Effekt von direkten Cash-Transfers, sind zwei sehr unterschiedliche und sehr komplexe Fragestellungen. Es lässt sich daher kaum abschließend feststellen, ob die langfristige Rendite von direkten Spenden denen des gemeinnützigen GfdW Portfolios überlegen sind. Bis dato gibt es schlicht keine eindeutige Antwort. Wir sind davon überzeugt, dass der GfdW e.V. die Vorteile beider Ansätze, durch jährliche Spenden auf der einen Seite und langfristige Anlage auf der anderen, sinnvoll kombiniert.

An wen spendet ihr und wieso gerade dahin?

Wir sind weder Experten für Entwicklungsökonomie, noch verfügen wir über das Know-How um die Arbeit von Wohltätigkeitsorganisationen seriös wissenschaftlich beurteilen zu können. Die Prüfung und Evaluierung effektiver Organisationen können und wollen wir nicht leisten. Wir vertrauen daher der regelmäßigen und umfangreichen Untersuchungen der unabhängigen ExpertInnen von GiveWell.

Ausführliche Informationen zur Auswahl unserer Partner.

Welche Kosten fallen für die Vereinsarbeit an?

Für die gesamte Arbeit des e.V. fallen monatlich Kosten i. H. v. 15€ an.

Übersicht Ausgaben des GfdW e.V.
Legal Entity Identifier (LEI) 7€
Hosting der Webseite und Domain 3€
Transaktionsgebühren beim Kauf und Verkauf von Aktien 5€
Ausgaben pro Monat 15€

Der GfdW e.V. ist als gemeinnütziger Verein von der Kapitalertragsteuer befreit. Die Berechnung der Rendite, die Gestaltung der Website, der Newsletter und weitere Aktivitäten des e.V. werden ehrenamtlich und unentgeltlich erbracht.

Die konkreten jährlichen Einnahmen und Kosten des e.V. finden Sie in unserem aktuellen aktuellen Jahresbericht.

Aktives versus passives Portfoliomanagement?

Der GfdW-Fonds ist ein passiver Fonds. Die Wertentwicklung des GfdW-Fonds folgt der Wertentwicklung der globalen Aktienmärkte. Wir treffen keine aktiven Entscheidungen bei der Auswahl von Aktien und im Bezug auf einen optimalen Zeitpunkt zum Kauf/Verkauf der Aktien.

Ob aktiv verwaltete Fonds höhere Rendite erwirtschaften als passive Fonds, ist umstritten. So stellt der Wirtschafts Nobelpreisträger Eugene Fama in einer umfangreichen Studie von 2010 prinzipiell keine höheren Renditen von aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zum Markt fest.

Begriffserklärung:
Aktive Fonds treffen Timing- (optimaler Kauf- /Verkaufszeitpunkt) und Auswahlentscheidungen, um die Rendite eines Portfolios zu optimieren.
Passive Fonds folgen der Wertentwicklung eines Indexes (z.B. der Wertentwicklung des DAX).

Wieso investiert ihr in den MSCI World?

Der MSCI World Index gilt als wichtigster Vergleichsindex der globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Bestehend aus ca. 1650 Einzelpositionen aus 23 Staaten, bildet der MSCI World verlässlich die Entwicklung der Wirtschaft der wichtigsten Industrienationen und somit der Weltwirtschaft nach. Zudem zählt der MSCI World zu den am weitestens gefassten Anlageprodukten und ermöglicht so, an der Entwicklung der Gesamtwirtschaft statt nur an einem bestimmten Sektor zu partizipieren. Darüber hinaus gilt der MSCI World hinsichtlich seiner langfristigen Performance als äußerst zuverlässig. Seit 1970 konnte er eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 7 Prozent erzielen (das zeigt auch unser Backtest). Selbst mehrere substantielle Krisen konnten die Rendite des Index auf lange Sicht gefährden.

Aus diesen Gründen eignet sich der MSCI World für unseren Zweck der langfristigen passiven Anlage. Der GfdW Fonds soll gerade Menschen ohne Kapital ermöglichen am langfristigen Aufwärtstrend der Weltwirtschaft zu partizipieren.

Durch den MSCI World seid ihr aber auch in Amazon, Google und Co. investiert? Warum wählt Ihr keine nachhaltigeren Unternehmen aus?

Ziel der Anlagestrategie des GfdW ist passiv am Wachstum der Weltwirtschaft zu partizipieren. Um dieses Ziel zu erreichen sind wir über die MSCI World ETFs auch in Unternehmen investiert, die nicht nachhaltig und sozial wirtschaften.

Ein Ausschluss dieser Unternehmen ist leider nicht ohne Weiteres möglich. Natürlich könnten wir in andere ETFs investieren. Dies ist allerdings keine optimale Lösung:
Zum einen gibt nicht viele ähnlich breit investierte ETFs. Das bedeutet, dass mit alternativen Anlageprodukten mit geringerer Diversifikation ein Zugewinn an Risiko und möglicherweise auch an Performance einhergeht. Wir würden uns letztendlich einer Strategie des aktiven Fondsmanagements annähern. Das möchten wir bewusst vermeiden.
Zum anderen möchten wir ja gerade, dass Menschen im Globalen Süden von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Industrienationen profitieren können. Je weiter wir die Anlagestrategie anpassen würden, desto weiter würden wir uns auch von dieser Idee entfernen.

Wem “gehört” das Vermögen im GfdW Fonds?

Der GfdW e.V. ist ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Als solcher ist er eine eigenständige juristische Person. Entsprechend ist der GfdW e.V. vollumfänglich rechtsfähig und kann eigenständig Vermögen bilden. Der Vorstand und die Mitgliederversammlung sind die sogenannten Organe des GfdW e.V., d.h. insbesondere der Vorstand vertritt den Verein nach Außen und trifft in der Regel alle wichtigen Entscheidungen auch was Vermögen des Vereins anbelangt. Das bedeutet jedoch nicht, das der Vorstand völlig frei entscheiden kann. Zum einen nimmt die Mitgliederversammlung diesbezüglich eine wichtige Kontrollfunktion wahr. Zum anderen prüft das Finanzamt regelmäßig, ob die Tätigkeit des Vereins den in der Satzung beschriebenen gemeinnützigen Zwecken entspricht. Das Vermögen des GfdW e.V. ist rechtlich ausschließlich den satzungsgemäßen Zwecken wie z.B. der Entwicklungszusammenarbeit verpflichtet.

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